Zurück an Deck

von Stefan E-Mail

Seit letztem Montag bin ich nun wieder zurück aus Warnemünde und jetzt, am ersten Schultag, hab ich endlich mal die Zeit gefunden, mich wieder zurück zu melden. Ich bin bepackt mit vielen tollen neuen Eindrücken und noch so einigem mehr. Ein paar Rezepte zum nachkochen sind nebenbei auch noch rausgesprungen, die ich hier irgendwann mal verbloggen werde. Aber dazu später, jetzt erstmal zu meinem nun doch nur 5 Wochen Praktikum.

...

Die vollen 6 Wochen konnte ich doch nicht durchziehen, obwohl ich es wirklich gern gemacht hätte, aber es ist noch so viel für die Schule zu machen. Also ging?s halt eine Woche früher nach Hause. Und in der hab ich auch schon wieder einige feine Sachen gekocht und natürlich so ziemlich alles für die Schule zusammen gesucht.

Nun dann aber mal wirklich zu den 5 Wochen, die waren ja wohl mal der volle Hammer.

Am ersten Tag wurde ich vom Küchenchef an der Rezeption abgeholt und bekam erstmal die Wäscherei und die Umkleide gezeigt. Danach ging´s dann auch gleich auf in die Küche. Ich hab in der Hauptküche der YHD gearbeitet. Nachdem ich dort auch kurz rumgeführt wurde, wurde ich auch gleich einem Posten zugewiesen. Dort gab mir mein Postenchef auch gleich die erste Aufgabe. Matjessalat stand auf dem Programm und es ging gleich so los, wie ich es mir vorgestellt hatte. Alles in rauen Mengen. Als erstes sollte ich Rote Beete schälen und würfeln, aber nicht nur zwei, drei, sondern gleich nen ganzen Sack voll :>> so ging?s dann auch weiter mit Matjes, Frühlingszwiebeln, roten Zwiebeln und Gewürzgurken. Aber mir hat´s Spaß gemacht. Bis zum Feierabend wurde dann auch fleißig weiter gemacht mit dem zubereiten in großen Mengen, denn jeden Abend stand ein Themenbuffet an. Nebenbei lief auch noch das à la carte - Geschäft. In den ersten Tagen war dort jedoch zum Glück nicht so viel los.

Ach ja, meine Arbeitszeiten. In der ersten halben Woche hatte ich immer von 11-18 Uhr dienst. Das änderte sich aber nachher, dazu später mehr.

In den nächsten Tagen schaute ich dann immer mal wieder gespannt dabei zu, wie die à la carte - Gerichte so zusammengestellt werden. Und so kam´s dann auch, dass eines Tages meine Kollegen mal kurz weg waren und ich allein auf dem Posten war. Natürlich kam dann auch sofort ein Bon rein und ich hab einfach mal so losgewirbelt. Als sie dann zurück kamen waren sie ganz erstaunt, dass ich schon alles fertig hatte. Seit dem durfte ich dann auch Kräfte im à la carte mitwirken. Die letzten 2 Wochen habe ich es sogar fast ganz allein übernommen, mit allem drum und dran, wie den Postenkühlschrank aufräumen und immer für ausreichend Zutaten für´s à la carte sorgen, z.B. Sauce und Dips anrühren, Thunfischstreifen braten, Salate waschen und und und. Nebenbei habe ich natürlich auch noch tatkräftig meinen Kollegen bei den Büffetvorbereitungen geholfen. Dabei war meine beiden täglichen Aufgaben einen großen Sektkühler voll gemischter Salate und 6 Platten Tomate-Mozzarella anzufertigen. Mit dem großen 5-Sterne-Koch hab ich auch gelegentlich zusammengearbeitet, wenn er gerade bei uns am Posten seine Ideen und Kreationen hingezaubert hat.

Die Jungs von meinem Posten waren nachher schon ganz traurig, dass ich wieder nach Hause fahre, da ich den à la carte - Betrieb zu ihrer vollsten Zufriedenheit geschmissen habe, da waren sie schon leicht beeindruckt von mir. Da meinten sie ja schon, dass ich die Schule Schule sein lassen solle und gleich dort anfangen könnte.

Nun sah es mit den Arbeitszeiten schon anders aus, nachdem wohl alle mitbekommen hatten, dass ich doch so ein klein wenig was auf dem Kasten hatte. Der Arbeitstag verlängerte sich erst um eine Stunde, von 11-19 Uhr, dann später noch auf 20 Uhr. Aber da es mir riesigen Spaß machte dort zu arbeiten hatte ich damit keine Probleme. Ich bin auch schon immer früher zur Arbeit gegangen und auch später wieder los, sodass ich meistens erst um 9 oder halb 10 abends zu Hause war. Das beste war ja, dass ich an manchen Tagen der erste in der Küche war und als mein Postenchef kam meine Aufgaben fürs Büffet schon fast alle abgehakt waren.&#59;D

Naja, nun bin ich aber wieder in der Schule:(, aber nächste Sommerferien werd ich bestimmt wieder zurück auf meinen Posten in der YHD kehren, was auch schon so gut wie sicher ist. Zudem wurde mir schon eine Lehrstelle nach erfolgreich abgeschlossener Schule in Aussicht gestellt. Das ist doch mal was!

Also alles in allem eine sehr schöne Zeit dort oben im hohen Norden. Da war ich sogar traurig, dass ich nicht noch länger dortbleiben konnte und wieder nach Hause musste. Nen neuen Spitznamen hab ich auch weg. Wegen Ermangelung an Körpergröße wurde ich Shorty getauft. Die Menschen dort waren aber auch alle riesig, die bekommen bestimmt anderes Futter als wir hier zu Hause. Da reichte ich vielen grade mal bis zur Brust.

So, also das erstmal zu meinem Praktikum. Ich kann ja auch nicht alles hier niederschreiben, die tollen Erlebnisse kann man so auch nicht in Worte fassen, da muss man einfach dabei gewesen sein.

3 Kommentare

Kommentar von: lamiacucina [Besucher]
lamiacucinaGratuliere, da hast Du uns Haushaltköchen schon mal was vor !
02.09.08 @ 06:32
Kommentar von: Tina [Besucher]
TinaDa hast Du ja tolle Erlebnisse gesammelt.
Wie warst Du denn untergebracht und was
hat Dir am Meisten gefehlt?

Vielleicht kommst Du ja doch mal ganz
groß raus. Aber erst ein gutes Abi
hinlegen und dann geht's weiter.

Und in den nächsten Sommerferien geht's
wieder ab an die Küste. Ja?
02.09.08 @ 21:30
Kommentar von: s. barr [Besucher]
s. barrToll, dass du deine Ferien für ein Praktikum genutzt hast. Jetzt kannst du einschätzen, wie sich der Beruf anfühlt. Du berichtest mit so viel Freude, dass mir um deine Zukunft nicht bange ist.
Du gehst, deinen Weg, ich denke, das tolle Feedback bringt dich noch mehr voran.

Mach weiter so.

Viel Glück für den Schulabschluß.
02.09.08 @ 22:24

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